Erstbegehung Großglockner SO Wand

 

"THE POWER OF LOVE"

Nach der erfolgreichen Erstbesteigung der Route "Das dritte Leben" mit Thomas Bubendorfer und Max Sparber im Frühjahr dieses Jahres, gelang dem Gasteiner Bergführer und Extrembergsteiger Hans Zlöbl gemeinsam mit dem Osttiroler Ulrich Mühlburger vor Wintereinbruch am 28./30.09.2018 erneut eine außergewöhnliche Erstbegehung in der Südostwand.

Mit der Erstbesteigung der Route „The POWER of LOVE“ ca. 550m im Schwierigkeitsgrad 7,A1 am Großglockner gelang die erste moderne Kletterroute in dem Stil und der Schwierigkeit. Ziel der ersten Wiederholung wird es sein, eine kurze, bei der Erstbegehung technisch gekletterte Stelle frei zu klettern. Damit wird sich die Kletterschwierigkeit im Bereich des 7./8. Grades einpendeln.

Um den Sicherheitsstandart unserer Zeit gerecht zu werden, wurden die Standplätze mit Bohrhaken ausgestattet. Dazwischen wurde in den 11 langen Seillängen nur eine Handvoll Bohr- und Normalhaken verwendet. Der Rest ist „clean“ , es müssen alle Seillängen weitestgehend selber mit mobilen Sicherungsmitteln abgesichert werden. Ein anspruchsvoller Kletterstil, der einen kompetenten Alpinisten erfordert. Voller Satz Cams und Keile, sowie 60m Seil erforderlich.

Der abenteuerliche Zustieg führt über das spaltenreiche Ködnitzkees und ist nur mit Seil und Steigeisen begehbar und bietet ein westalpines Flair. Aus dem Gletscher heraus führt die Route auf die „Kanzel“ , ein steiler Turm am Stüdlgrat, der dann auch bis zum Gipfel geklettert wird. Somit ergibt sich eine Gesamtlänge von über 750m hochalpine Kletterei.

Obwohl die Route durch eine sehr ernsthaft und extrem brüchige Wand führt, ist der Fels in der Route erstaunlich kletterfreundlich. Nur durch eine ausgeklügelte Linienführung konnte dies realisiert werden. Somit ist die Route auch für Wiederholer lohnend.

Extreme Vorsicht und Umsicht ist jedoch allemal geboten. Die objektiven Gefahren in der Wand etwa durch Steinschlag sind immer gegeben. Vor allem, so lange Schnee oder Eis in der Wand schmelzen ist ein Klettern lebensgefährlich! Gute Verhältnisse findet man oft im Spätherbst, wenn die Wand vollständig ausgetrocknet ist. An den zwei Tagen der Erstbegehung war keinen Steinschlag in der Route, während durch Ausaperung am Großglockner Normalweg großer Steinschlag zu beobachten war!

Abstieg: Entweder durch Abklettern am Stüdlgrat oder besser zum Gipfel aufsteigen und den Normalweg absteigen.

Die Route ist eine Herzensangelegenheit und meiner Frau Ulli gewidmet. 

Hans Zlöbl

Tags: GRIVEL
Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.